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Fremde werden Freunde (JUMP-Projekt)

„Heimat ist dort wo man sich zu Hause fühlt. Anstelle von Angst möchten wir Ungewissheit mit Offenheit begegnen. Unser Gedanke ist und war: Wie kann diese INTEGRATION besser funktionieren, als die neuen Mitbürger ins Vereinsleben einzubinden und sie an unseren Aktivitäten teilhaben zu lassen?“. Katharina Hallinger entwickelte mit Freiwilligen der Landjugend Bischofshofen ein soziales Projekt und nahm sich diesem Gedanken an. Im Zuge dessen wurden vier Schwerpunktveranstaltungen geplant und umgesetzt.

Ein Sporttag mit Fuß-, Volley- und Völkerballturnieren gab den Startschuss des Projekts, bei dem neben Ausdauer, Teamgeist und Einsatz auch Kommunikationsfähigkeit erprobt wurden, da viele der Flüchtlinge weder Deutsch noch gutes Englisch sprechen. „Zum Glück sind unsere Mitglieder kontaktfreudig und scheuten es nicht, sich mit Händen und Füßen zu verständigen“, ergänzt Gruppenleiterin Christina Madleitner.

Die zweite Veranstaltung stellte einen kleinen Teil der österreichischen und syrischen Kulinarik in den Mittelpunkt: Unter fachkundiger Anleitung einer Bischofshofener Bäuerin wurde österreichisches Bauernbrot und Germteigschnecken gebacken. Danach zeigten auch die Flüchtlinge, wie man arabisches Fladenbrot zubereitet. „Kulinarik ist ein guter Anknüpfungspunkt. Einerseits bekommen die Asylwerber ein Gefühl für „die neue Welt“ andererseits werden auch wir für andere Kulturen sensibilisiert. Beim Teigwalken bot sich zudem eine gute Gelegenheit, sich mit den Flüchtlingen zu unterhalten, “ so die TeilnehmerInnen dieser kulinarischen Weltreise. Natürlich wurden die Köstlichkeiten bei einer anschließenden Jause verspeist.

Den dritten Teil des Projektes bildete ein Aufruf zur Fahrradspende innerhalb der Landjugendgruppe. Die Räder wurden sogar von den Burschen der Landjugend hergerichtet und Dienstagabend an die Flüchtlinge übergeben. Den Abschluss bildete das alljährliche Erntekronebinden, zu dem die nun schon guten Bekannten eingeladen wurden. Auch dieser Abend bot eine recht schöne Überraschung: die Erntekrone konnte noch nie so schnell fertig gestellt werden wie an diesem Abend, da jeder der Beteiligten kräftig anpackte und jeder die gemeinsame Arbeit sichtlich schätzte. Als Belohnung ließ man den Abend gemütlich beim Pizzaessen ausklingen.

Die Aufgabe, die das Projektteam zu Beginn erwartete beschrieben die Teammitglieder folgendermaßen: „Den Sinn und Zweck unseres Projektes sehen wir darin, Aufklärung zum Flüchtlingsthema zu schaffen - in der Gemeinde sowie in unserer eigenen Landjugend. Uns ist nämlich bewusst, dass viele der Skeptiker zu diesem Thema einfach nicht über genug Informationen verfügen und durch beunruhigende Medienberichte (zu Recht) Angst bekommen. Wer die Dinge nicht hinterfragt, wird dazu verleitet, grundsätzlich dagegen zu sein, “ so der einhellige Tenor des Projektteams.

Durch die gemeinsamen Unternehmungen bekommen die Mitglieder die Gelegenheit, die neuen Mitbürger selbst kennen zu lernen, ihre Geschichten zu hören und sich somit ein eigenes Bild zum Flüchtlingsthema machen zu können.

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